Geschichte des Seezeichenwesens
Damit Schiffe Häfen auch fanden, kam man schon früh auf den Gedanken,
Richtungszeichen zu schaffen, die den Schiffen bereits draußen auf dem Meer an
Untiefen vorbei den Weg wiesen. Zu diesem Zweck errichtete man auch den „Koloß
von Rhodos“, der im Altertum als eines der sieben Weltwunder galt.
Nach einem uns von dem römischen
Schriftsteller Plinius im XXXXVI. Buch seiner „Historia naturalis“ im 12.
Kapitel gegebenen Bericht war dieses Seezeichen vor der Hafeneinfahrt von Rhodos
eine 34 Meter hohe Statue des Sonnengottes Helios. Sie soll um das Jahr 300 v.
Chr. von dem Bildhauer Chares von Lindos in zwölfjähriger Arbeit geschaffen
worden sein. Ein halbes Jahrhundert später wurde die Statue bei einem Erdebeben
umgeworfen und lag seit dem auseinandergebrochen am Boden. Sie wurde später
eingeschmolzen. Es gibt verschiedene Darstellungen wie die Statue ausgesehen
haben soll, aber genaues ist bis heute nicht bekannt geworden.
Fast zur gleichen Zeit entstand in den Jahren
288 bis 280 v.Chr. auf der dem Hafen von Alexandrien vorgelagerten Insel Pharus
ein anderer Riesenturm. Der Leuchtturm Pharus. die uns überlieferten
Höhenangaben schwanken zwischen 90 und 130 Meter.
Der einzige aus dem Altertum noch
erhaltene Leuchtturm steht an der Nordwestküste Spaniens, der Leuchtturm La
Courona. Er wurde im Auftrag des Kaisers von Servus Lupus um 100 n. Chr.
erbaut.
Navigation – die Bestimmung von
Standort und Kurs war in früherer Zeit nur in Küsten- oder Inselnähe möglich.
Die Küstenschifffahrt fand früher nur am Tage statt. Zur Orientierung dienten
unter anderem Kirchen (wie der hier abgebildete Kirchturm Marienhafe) und
markante Punkte an Land, sogenannte Vertoonungen oder Landmarken. Auf alten
holländischen Seekarten, aber auch in heutigen Handbüchern zu den
Leuchtfeuerverzeichnissen, sind diese Landmarken noch verzeichnet.Erste
Seezeichen waren hölzerne Baken und Kaaps.
Auf Borkum und Norderney sind diese Kaaps heute noch vorhanden.
Die ersten Leuchttürme in Deutschland entstanden Anfang des 12. Jahrhunderts
in den Hansestädten. Der Handel der Hanse, der wesentlich auf der hanseatischen
Schifffahrt basierte, brachte den Wunsch mit sich, die Küsten an wichtigen Orten
zu Markieren.
Es gibt an den deutschen Küsten über 200 Leuchtfeuer, von denen einige heute
nur noch ein technisches Denkmal sind, andere wiederum nur aus röhrenförmigen
modernen Feuerträgern bestehen. Im Zuge der modernen Sattelitennavigation wird
sich in den nächsten Jahren die Zahl der Leuchtfeuer weiter verringern. So sind
z. B. der Leuchtturm Cuxhaven (inzwischen in Privatbesitz), Großer Vogelsand und
Falshöft nicht mehr in Betrieb und auch der Leuchtturm Kiel steht zur
Disposition.
Quellen u. a.: „Das gab es schon im Altertum“ – Technisches
Meisterwerke von Jahrtausenden, Pieter Call Arena-Verlag, Würzburg 1962
www.seven-wonders.de/koloss.html
www.flippi.net/themen/Leuchtturm/index.htm?leucht17.htm