Ruthensand
Bei Glückstadt wird das Hauptfahrwasser
der Elbe auf etwa 10 km Länge durch die stromauf weisende Richtfeuerlinie des
Oberfeuers Brokdorf
und des
Unterfeuers Hollerwettern bezeichnet, beide Feuer sind unterhalb der Störmündung
auf dem Schleswig-Holsteinischen Elbufer gelegen. Diese seit 1910 bestehende Richtfeuerlinie war eine der längsten der
Unterelbe. Sie hatte für einkommende Schiffe den Nachteil der sehr langen Achterauspeilung. Ihr Befahren wurde außerdem
dadurch erschwert, dass Ober- und Unterfeuer wegen ihrer Standorte in der sehr tief gelegenen Wilstermarsch häufig im Nebel
oder Dunst liegen und deshalb bei der großen Entfernung im oberen Teil der langen Richtfeuerlinie oft nicht ausgemacht werden
konnten. Aus diesem Grund wurde im Jahre 1995 die Richtfeuerlinie Ruthensand gebaut, die am 1. August 1955 in Betrieb ging.
Die Leuchttürme Ruthensand wurde mit Pfählen sowie einer Betonplatte gegründet. Auf einem 2,50 m hohen
Turmsockel aus Stahlbeton entstand der Turmschaft aus Stahlbetonfertigringen. Innen führte eine Wendeltreppe, ebenfalls aus
Stahlbeton nach oben und auch die Laterne ist aus diesem Material.
Das Richtfeuer wurde als unbewachtes vollautomatische betriebenes Leuchtfeuer mit Notstromreserve gebaut.
Um die Störquellen möglichst gering zu halten, hatte man auf bewegliche Blenden für die Blitzkennung verzichtet.
Als Lichtquelle wurde eine Philips-Glühlampe mit Kugelspiegel verwendet. Bei einer Bauwerkshöhe von 30 m
bei Oberfeuer und 15 m beim Unterfeuer sind die Leuchtfeuer 11 Seemeilen weit sichtbar.
Im Herbst 2005 erhielten die Türme der Richtfeuerlinie einen neuen Anstrich.
Fotos: WSA Hamburg
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