Norderney

Kaap Norderney
Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden an markanten Punkten sogenannte Kaaps oder Kaapen als Tagessichtmarke errichtet, so 1624 auf Wangerooge, 1634 auf Borkum und erst 1849 auf Norderney und Langeoog. Die Kaaps von Borkum und Norderney sind heute noch erhalten. Nachts wurden an einigen Stellen offene, mit Kohle betriebene Feuer, sogenannte Blüsen gezeigt. Nach dem bereits auf Wangerooge 1624, Helgoland 1630 und Borkum 1780 Leuchttürme in Betrieb waren, kam man zu der Erkenntnis, dass die Lücke zwischen Borkum und Wangerooge geschlossen werden müßte. Besonders Bremer Kaufleute erreichten durch zahlreiche Eingaben an die Generaldirektion des Wasserbaus in Hannover. daß es zum Beschluß des Baus eines Leuchtturmes auf Norderney kam.

Norderney
Mit dem Bau des Turmes wurde im Jahre 1872 begonnen, der nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Eine Bekanntgabe des Bauwerks erfolgte erst am 4. August 1874 mit der Ankündigung der bevorstehnden Zündung des Feuers, so daß es immer wieder zu Verwechslungen mit dem Wangerooger und Helgoländer Feuer kam, da der Turm von Norderney in Schiffahrtskreisen noch unbekannt war. Dies führte auch zu zahlreichen Schiffsunglücken. Die Inbetriebnahme des Feuers und des Leuchtturms erfolgte am 1. Oktober 1874.

Auf einem 13,27 m hohen Unterbau wurde ein achteckiges Turmteil errichtet, auf das die eiserne Laterne gesetzt wurde. Als Baumaterial dienten rote Ziegelsteine mit Sandsteingesimsabdeckungen. Der Turm erreichte eine Höhe von 53,75 m und die Feuerhöhe liegt bei 59,6 m über Mittelhochwasser. Im Laternenhaus ist ein Fresnelscher Linsenapparat I. Ordnung eingebaut. Die 5,3 m hohe Laterne ist an ihren 16 Seitenflächen weiß verglast. Den Abschluß bildet ein Kuppeldach mit Spitze. Die leuchtfeuertechnische Einrichtung wurde von der Firma Sautter, Lemonmier & Cie, Paris geliefert. Sie besteht aus der Leuchte mit Lichtquelle und dem Tisch mit Drehwerk sowie Antrieb. Als Optik befindet sich eine Drehlinsenleuchte mit 24 Linsenfeldern im Turm. Die Lieferung der Optik erfolgte 1874 als französische Reparationsleistung aus dem Krieg 1870/71. Bei der Inbetriebnahme des Leuchttur-mes war die Lichtquelle eine fünfdochtige Petroleumlampe. Nach 1900 erfolgte der Einbau von Petroleumglühlicht und 1930 wurde der Leuchtturm mit dem örtlichen Stromnetz verbunden. Der Einbau von Glühlampenlicht erfolgte 1938 und 1958 wurde noch ein Notstromaggregat eingebaut. Die Kennung wurde anfangs durch ein Uhrwerk erzeugt, dessen Gewichte durch die Leuchtturmwärter hochgezogen werden mußten. Bei der Umstellung auf den elektrischen Betrieb entfiel diese Arbeit. Zwischenzeitlich erfolgt eine Modernisierung der Leuchteinrichtung und der Anschluß an die Fernsteuerung des Wasser- und Schiffahrtsamtes Norden. Im Jahre 2008 fand eine umfangreich Moderniierung der Leuchteinrichtung statt. Weitere Infos im Bericht der Fachstelle für Verkehrstechnik.

Neben dem Turm befindet sich noch das Haus der Leuchtturmwärter, in dem früher auch eine Telegrafenstation untergebracht war. Der Leuchtturm Norderney steht den Besuchern zur Besteigung der Plattform offen.

Hafen Unterfeuer
Ein weitere Feuer der Insel ist das Unterfeuer Norderney-Hafen auf der Westmole. Zusammen mit dem Oberfeuer, einem 8m hohen rot-weiß-gestreiften Mast bildet die-ses Feuer die Richtfeuerlinie Norderney-Hafen. Beide Feuer entstanden 1980 und sind 7 Seemeilen weit sichtbar.




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