Die Mellum-Bake
Südöstlich von Wangerooge gab es einst eine Insel; das legendäre Schloß Mellum soll dort gestanden haben. Von dieser Insel ist heute nur noch ein Rest vorhanden, die "Alte Mellum". Alles übrige Land ist verschwunden und zu einer gefährlichen Untiefe geworden.
In einem zwischen Bremen und dem Butjadinger Häuptling Edo Wymken dem Älteren abgeschlossenen Friedensvertrag vom 16. Juni 1410, findet sich ein Passus, der Bremen das Recht zugesteht, Kennzeichen und Baken zu setzen auf Mellum und wo immer sie wollen. Edo Wymken der Ältere war im 14./15. Jahrhundert Friesenhäuptling über Bant und Gau Rüstringen. 1410 wurde eine Mellum-Bake erstmals urkundlich erwähnt. Mit Sicherheit hat im Jahre 1457 auf Mellum eine Bake gestanden. 1697 stellte Bremen auf Mellum eine Bake auf, welche später abbrannte. Da die Baken jeweils nur eine kurze Lebensdauer hatten, mußten sie immer wieder erneuert werden. So wurde beim Ausbau des Jadefahrwassers 1876 eine 20 m hohe Bake errichtet. Im oberen Teil, der als Toppzeichen diente, befand sich ein Wohntrakt, ein Trinkwasserbehälter sowie Schreib- und Küchenraum. Erreichbar waren die Räume über eine Leiter. Aus Dokumenten der Wasserbaubehörden sind weitere Bakenbauten von 1589, 1771 und 1860 bekannt.
Der Wilhelmshavener Ratsherr a.D. Werner Delor bemühte sich, Investoren und Mittel für den Wiederaufbau der Bake zu finden. Weil die Mellum-Bake einen hohen Bekanntheitsgrad hatte und als historisches Denkmal die Insel prägte, halten viele Vereine und Institute eine Wiederherstellung im Interesse der Stadt Wilhelmshaven und des maritimen Denkmalschutzes im Bereich der Weser- und Jademündung für begründet, u.a. der Mellumrat e.V., das Wasser- und Schiffahrtsamt Wilhelmshaven, das Senkenberg Institut und die Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer.
Ein Nachbau der letzten Mellum-Bake sollte an die vielen Seefahrer erinnern, sowie an die Handwerker, welche unter schweren Bedingungen dort die See als Verkehrsweg sicherer gemacht haben.
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