Stilo (bis 1945 deutsch)
heutiger Name Laterna Morska Stilo (Polen)
Der Transport des Baumaterials erforderte seinerzeit die Überwindung erheblicher Schwierigkeiten, mußten doch die per Schiff von Skandinavien herangeschafften Steinblöcke vom Strand, die Eisenplatten auf dem Landweg durch das Sasiner Moor und anschlieeßnd durch das Dünengelände, oft mit 6, manchmal mit 8 Pferden vor dem Wagen, bis zur Baustelle befördert werden. Allein die Errichtung des Turmes dauerte nahezu 1 Jahr, wobei 8 Schlosser und mehrere Hilfsarbeiter eingesetzt waren. - Der Turm hat 10 Etagen, die jeweils durch einen eiseren Boden abgeschlossen werden. Eine schöne eiserne Treppe führt mit 132 Stufen in die oberste Etage, wo sicch der Wachraum befindet, ursprünglich der nächtliche Aufenthaltsraum des Wärters. Hier befindet sich zwischen innerer Holzverkleidung und äußerer Eisenwand eine dicke Korkschicht, um im Winter die Kälte und im Sommer die Wärme abzuhalten.
Von Anfang an war der Turm mit einer elektrischen Lampe ausgerüstet, deren Optik für ein weitragendes Blitzfeuer eingerichet war. Damit entsprach er 1906, wie die Leuchttürme auf Helgoland und Kap Arkona, dem damaligen modernsten Stand der Technik. Der Strom wurde zunächst in einem besonderen Maschinenhaus erzeugt, ebenso die Preßluft für das Nebelhorn, das anfänglich auf einer 19 m hohen Metallsäule stand, bevor es seinen Platz - bis heute - in einem gemauerten Turm in Strandnähe fand. Heute liefert das öffentliche Stromnetz die Energieversorgung. Ein Notstromaggregat sichert die Funktionsfähigkeit bei Stromausfall. Der 34 m hohe Turm stet, etwa 1 km von der Strandlinie entfernt, auf einer 41 m hohen Düne, so daß er insgesamt eine Feuerhöhe von 75 m über Meereshöhe erreicht und sein Leuchtfeuer damit 23,5 Seemeilen = 43,5 km weit zu sehen ist.
Nach dem Ende des 2.Weltkriegs nahmen die Polen erst wieder im April 1946 in Betrieb. Die Charakteristik des Leuchtfeuers, die Kennung, blieb unveränder. Auch der Anstrich in den Nationalfarben des Kaiserreiches Schwarz-Weiß-Rot wurde bis heute beibehalten.
Quelle: Archiv Förderverein Maritimer Denkmalschutz e.V.Übersicht