Fehmarn

Die Insel Fehmarn ist nicht nur wichtiger Punkt für die Zugvögel auf dem Weg von und nach Skandinavien, sie ist auch im Personen- und Güterverkehr von großer Bedeutung. Seit 1963 ist sie durch eine Straßen- und Eisenbahnbrücke, der Fehmarnsund-Bücke mit dem Festland verbunden. Die Verbindung über Brücke und die Fähre von Puttgarden nach Rödby wird Vogelfluglinie genannt.

Fast alle Schifffahrtslinien der westlichen Ostsee führen dicht an Fehmarn vorbei. Eine genaue Navigation ist daher hier auch von besonderer Bedeutung. An jeder Ecke der Insel, auch „Huk“ genannt, steht deshalb ein Leuchtturm.

Marineleuchte 1831
Nahe dem Puttgarden-Riff, wo sich die meisten Strandungen ereigneten, bauten die Dänen 1831/32 an der Nordostecke der Insel die „Marienleuchte“. Sie wurde nach der dänisch Königin Maria benannt. Am 28. Oktober 1832 wurde das Feuer in Betrieb genommen. Die Bauweise ähnelt eigentlich einem Leuchtturm sehr wenig. Auf einem viereckigen 18 m hohen Flachbau steht die eiserne Laterne. Dem Gebäude sind rechts und links zwei Wohnhäuser angegliedert. Das Feuer bestand bis 1879 aus sehr rotierenden Lampen mit Reflektoren. Es war 3 ½ Seemeilen weit sichtbar. Die Laterne erheilt dann einen Fresnelschen Linsenapparat mit Blinkfeuer.

Marienleuchte 1964
1964 wurde eine neue Marienleuchte in der Nähe des Bauwerks errichtet. Der 33,1 m hohe Betonturm ist mit roten und weißen Verblendern versehen, welche die Bebänderung bilden. In der Laterne mit Schrägfensterverglasung befindet sein eine Linsenleuchte mit elektrischem Drehantrieb und einer 1000W/24B-Glühlampe. Das Orientierungsfeuer mit Blitz hat einen roten Warnsektor für den Querverkehr der Fährroute Puttgarden – Rödby. Die Tragweite des weißen Feuers ist 22 Seemeilen.

Flügge
An der Südwesthuk wurde 1872 ein 16 m hoher Leuchtturm erbaut. Der zweite Leuchtturm der Insel hatte anfangs einen gelben, ab 1892 einen hellroten Anstrich mit zinnoberroten Streifen unterhalb der Laterne. Der Leuchtturm „Flügge“ bezeichnet zusammen mit einem Unterfeuer die Fehmarnsund-Fahrrinne. In den Jahren 1914/15 entstand ein neuer 38 m hoher Steinturm mit eiserner Laterne und doppelter Galerie. Im Laternenhaus ist eine Gürtelleuchte aufgestellt, die zuerst mit Petroleumglühlicht, später mit Gasglühlicht betrieben wurde. Der Anschluss an die elektrische Stromversorgung erfolgte 1954. Der zuerst gelbe Turm mit roter Laterne wurde 1976 mit rot-weißen Kunststoffplatten verkleidet. Der Leuchtturm Flügge bezeichnet zusammen mit dem Unterfeuer Strukkamphuk die Fehmarnsund-Baggerrinne. Sein Feuer ist 17 Seemeilen weit sichtbar.

Bei Überprüfungen am Leuchttumr Flügge im März 2009 wurden Schäden an den Ankern der Trippe sowie lose Zementfaserplatten festgestellt. Daraufhin wurde der Turm 2009 für den Besucherverkehr gesperrt. Noch im Jahre 2009 soll der Turm umfassned saniert werden, Die rot-weißen Zementfaserplatten sollen komplett entfernt werden. Nach Präparierung des Mauerwerks soll das gelbe Klinkermauerwerk wieder sichtbar sein. Der Turm hat dann wieder sein ursprüngliches Aussehen. Die Laterne sowie das Trafohaus werden ebenfslls saniert.

Strukkmaphuk
Das Unterfeuer Strukkamphuk ist gleichzeitig Leit- und Quermarkenfeuer. Der 1935 gebaute 5 m hohe Steinturm mit eiserner Laterne und Gürtelleuchte ist mit einer 40 W/220V-Glühlampe versehen. Die Tragweite des Feuers ist 8 Seemeilen.

Westermarkelsdorf
Auch die Nordwesthuk der Insel bei Westermarkelsdorf wurde 1881 mit einem Leuchtturm versehen. Der damals 12 m hohe Turm, der hinter dem Deich stand, überragte das Wohnhaus der Leuchtturmwärter kaum. Zwanzig Jahre später wurde er um 6 m erhöht und 1950 modernisiert sowie mit neuer Laterne versehen. Der achteckige gelbe Turm mit roter Laterne steht auf einem 90 cm starken gemauerten Plattenfundament. Die Optik besteht aus einer Gürtelleuchte mit Otterblenden, die elektrisch angetrieben sind. Die Lichtquelle ist eine 1000W/24V-Glühlampe. 1984 wurde das Feuer automatisiert und an die Fernsteuerung angeschlossen. Man kann das Feuer Westermarkelsdorf 19 Seemeilen weit sehen. Als der Leuchtturmwärter Bruno Rieck, der von 1980 – 1983 auf dem Turm tätig war, in den Ruhestand ging, wurde das Amt von seiner Frau Gerda übernommen. Sie war bereits als Hilfsleuchtturmwärterin mit dem Turm vertraut. Der an die örtliche Stromversorgung angeschlossene Turm erhält bei Stromausfall Energie von einem Notstromaggregat im Turm.

Staberhuk
Im Südosten der Insel Fehmarn, genannt Staberhuk, wurde 1903 ein kleiner dicker Leuchtturm erbaut. Die Optik und die Laterne stammen von dem 1902 auf Helgoland außer Dienst gestellten Leuchtturm gleicher Bauart. Seit 1904 ist das Feuer in betrieb. Die 1874/75 in England hergestellte Gürtelleuchte besteht aus 33 übereinander gelegten Glasrippen, die zu je 8 Segmenten zusammengesetzt sind. Die alte Leuchtfeueröl-Lichtquelle wurden zwischen den Weltkriegen durch eine 1500W/110V-Glühlampe ersetzt. Die Tragweite des Lichtes ist 18 Seemeilen.

Foto Flügge: Klaus Kern, Rüsselheim Aktualisierung: 13.09.2009 Übersicht